Sturzprophylaxe: Was Sie in der Wohnung ändern können
Ein Sturz kann die Selbstständigkeit im Alter von heute auf morgen beenden. Die gute Nachricht: Ein großer Teil der Risiken im Haushalt lässt sich mit geringem Aufwand beseitigen — und die Pflegekasse beteiligt sich an vielen Maßnahmen.
Die häufigsten Stolperfallen
Teppichkanten und lose Läufer, Kabel auf dem Boden, schlechte Beleuchtung im Flur und im Bad sowie fehlende Haltemöglichkeiten sind die klassischen Ursachen.
Auch Medikamente tragen bei: Blutdrucksenker, Schlafmittel und mehrere gleichzeitig eingenommene Präparate erhöhen das Sturzrisiko. Sprechen Sie mit dem Arzt über Nebenwirkungen.
Was sich schnell ändern lässt
Teppiche mit rutschfester Unterlage fixieren oder entfernen, Kabel hinter Möbeln verlegen, im Flur und Bad eine Nachtbeleuchtung mit Bewegungsmelder anbringen.
Im Bad: Haltegriffe an Dusche und Toilette, eine rutschfeste Duschmatte und ein Duschhocker. Im Flur und an Treppen feste Handläufe auf beiden Seiten.
Schuhe mit rutschfester Sohle statt Hausschuhen, und Sehhilfe regelmäßig prüfen lassen — schlechtes Sehen ist ein unterschätzter Risikofaktor.
Zuschüsse und Training
Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie Haltegriffe, Badumbau oder Treppenlift zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 € je Maßnahme — ab Pflegegrad 1.
Kraft- und Gleichgewichtstraining senkt das Sturzrisiko nachweislich. Viele Krankenkassen bezahlen entsprechende Kurse, und Übungen lassen sich zu Hause mit einem Stuhl durchführen.
Zusätzlich sinnvoll: ein Notrufsystem oder eine App mit automatischer Sturzerkennung, damit im Ernstfall schnell Hilfe kommt.
Häufige Fragen
Zahlt die Pflegekasse für Haltegriffe im Bad?
Ja, über den Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis 4.180 € je Maßnahme.
Erhöhen Medikamente das Sturzrisiko?
Ja, besonders Blutdrucksenker und Schlafmittel. Ein Arztgespräch über Nebenwirkungen ist sinnvoll.
Hilft Training wirklich?
Ja, Kraft- und Gleichgewichtstraining senkt das Sturzrisiko messbar.
Was tun, wenn ich allein lebe und stürze?
Ein Hausnotruf oder eine App mit automatischer Sturzerkennung alarmiert Angehörige auch ohne Knopfdruck.