Pflegetagebuch: So dokumentieren Sie den Pflegebedarf richtig
Der Medizinische Dienst sieht einen Menschen eine Stunde lang. Ein Pflegetagebuch zeigt, was in den anderen 167 Stunden passiert — und ist damit eines der stärksten Argumente im Begutachtungstermin.
Was hineingehört
Notieren Sie zwei Wochen lang jede Unterstützung mit Uhrzeit und Dauer: Hilfe beim Aufstehen, Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengang, Medikamente richten, Begleitung beim Arzt.
Auch indirekte Hilfe zählt: Wäsche waschen, Essen kochen, Wohnung reinigen, Erinnerungen an Trinkmengen. Diese Zeiten werden im NBA-Verfahren mitbewertet.
Halten Sie fest, wie viel davon tatsächlich übernommen wird und wie viel nur beaufsichtigt oder angereicht wird — der Unterschied ist für die Einstufung wesentlich.
Wie Sie es führen
Ein einfaches DIN-A4-Blatt mit Datum, Tätigkeit, Dauer und Bemerkung genügt. Wichtiger als die Form ist die Regelmäßigkeit.
Beschreiben Sie Besonderheiten: Was passiert nachts? Wie oft gibt es Stürze? Welche Tage sind schlechter? Diese Details tragen die Begründung.
Führen Sie das Tagebuch vor dem Termin und nehmen Sie es mit — Gutachter lesen es in der Regel und beziehen es in die Bewertung ein.
Typische Fehler
Nur den guten Tag dokumentieren, weil man die Angehörigen nicht belasten will. Das führt zu einer zu niedrigen Einstufung.
Nur körperliche Hilfe aufschreiben und kognitive Unterstützung vergessen — gerade bei Demenz der entscheidende Punkt.
Erst am Tag vor dem Termin anfangen: Ein zwei Wochen zurückreichendes Tagebuch wirkt deutlich glaubwürdiger.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ich das Pflegetagebuch führen?
Mindestens zwei Wochen vor dem Begutachtungstermin.
Gibt es ein Formular?
Nein, ein formloses Blatt mit Datum, Tätigkeit und Dauer genügt. Der Pflegeassistent enthält eine Vorlage.
Zählen auch Haushaltstätigkeiten?
Ja, wenn sie der Versorgung der pflegebedürftigen Person dienen und im NBA-Verfahren relevant sind.