MD-Begutachtung: Diese Fragen kommen — so bereiten Sie sich vor
Der Termin mit dem Medizinischen Dienst entscheidet über Ihren Pflegegrad. Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass der tatsächliche Unterstützungsbedarf vollständig erfasst wird.
Was der MD prüft
Der Gutachter bewertet anhand des NBA-Verfahrens sechs Bereiche: Mobilität, Kognition/Kommunikation, Verhalten/Psyche, Selbstversorgung, Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen sowie Alltagsleben und soziale Kontakte.
Bewertet wird die Selbstständigkeit — also wie viel Unterstützung tatsächlich nötig ist, nicht die Diagnose selbst.
Die richtige Vorbereitung
Führen Sie zwei bis drei Wochen vor dem Termin ein Pflegetagebuch und notieren Sie jede Unterstützung — auch kleine Hilfestellungen wie Erinnerungen an Medikamente zählen.
Halten Sie Arztbriefe, Medikationsplan und bestehende Diagnosen bereit, und bitten Sie eine vertraute Person, beim Termin dabei zu sein.
Schildern Sie am schlechtesten Tag typische Situationen, nicht nur den „guten Tag“ — viele Betroffene neigen dazu, ihre Fähigkeiten zu beschönigen.
Nach der Begutachtung
Der Bescheid mit dem Pflegegrad folgt in der Regel innerhalb von fünf Wochen nach Antragstellung. Zusammen mit dem Bescheid erhalten Sie das vollständige MD-Gutachten.
Wirkt der Pflegegrad zu niedrig, prüfen Sie das Gutachten genau und legen Sie bei Bedarf innerhalb eines Monats Widerspruch ein.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die MD-Begutachtung?
Der Hausbesuch dauert meist 30 bis 60 Minuten; der Bescheid folgt innerhalb von etwa fünf Wochen.
Muss ich beim Termin ehrlich meine Schwächen zeigen?
Ja — schildern Sie realistisch den schwierigsten Alltag, nicht nur gute Tage, damit der Pflegegrad korrekt ermittelt wird.
Wer sollte beim Termin dabei sein?
Eine vertraute Person oder pflegende Angehörige, die den Alltag gut kennt.